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Ursachen des Schnarchens und was wirklich hilft

Wissen rund um das Schnarchen und was wirklich hilft.

„Rhonchopathie“, so der medizinische Fachausdruck des Schnarchens. Schnarchen kennen wir als die nächtlichen Störgeräusche im Schlafzimmer, die beim „Nicht-Schnarcher“ für schlaflose Nächte sorgen. Für Betroffene kann das Schnarchen sogar gesundheitliche Folgen haben. Daher müssen vor allem die Ursachen des Schnarchens geklärt werden. Diese können verschiedene Gründen haben, jedoch handelt es sich beim Schnarchen immer um ein gestörtes Atem- und Schlafverhalten. Wir beleuchten in diesem Artikel die Ursachen des Schnarchens und stellen einige Methoden vor, die Abhilfe schaffen können.

Warum schnarcht man?

Schnarchgeräusche entstehen immer dann, wenn die Muskulatur des Gaumens so stark erschlafft, dass die Atemwege dadurch versperrt werden. Das Zäpfchen senkt sich in Richtung Zunge und der Luftstrom beim Einatmen bringt das Gewebe zum Vibrieren. Das typische Schnarchen entsteht, das ganz unterschiedlich, vom Rasseln bis zum Grunzen, klingen kann.

Auch eine zurückfallende Zunge in Rückenlage, die die Atemwege blockiert, kann das Schnarchen auslösen. Das erklärt auch, warum das Schnarchen aufhört, wenn Betroffene sich auf die Seite drehen.

Fakten zum Schnarchen:

  • Zwischen 20 und 49 % aller Männer schnarchen.
  • Frauen fangen meist erst nach den Wechseljahren mit dem Schnarchen an.
  • Im Alter schnarchen beide Geschlechter gleich viel.
  • Ca. 10 % der Kinder schnarchen bereits.
  • 4 % der Männer und 2 % der Frauen leiden an Schlafapnoe.

Die Formen und Ursachen des Schnarchen

Das primäre Schnarchen

Eine Ursache bei dieser Form des Schnarchens liegt in den verengten oberen Atemwegen begründet. Ebenso kann eine Atemwegsinfektion, eine Erkältung oder eine Allergie Auslöser sein. Hier sprechen Experten vom einfachen oder eben primären Schnarchen, das an sich als harmlos gilt und keine Krankheit darstellt. Das Schnarchgeräusch tritt hierbei nur ab und zu auf, klingt melodisch und bewegt sich im mittleren Lautstärkebereich. Dabei verläuft die Atmung weiterhin regelmäßig. Atemaussetzer gibt es nicht.

Häufig wird das primäre Schnarchen durch die sogenannten Schnarchverstärker begünstigt. Dazu zählen Genussmittel, wie Alkohol und Nikotin, Beruhigungsmittel, Schlaftabletten und die Rückenlage.

Wenn im primären Schnarchen die Ursache des Schnarchens begründet liegen, hat der Betroffene weiterhin einen normalen Ein- und Durchschlafzyklus und fühlt sich am nächsten Morgen ausgeschlafen. Wie das für den Partner aussieht, ist wiederum eine andere Sache.

Das apnoische Schnarchen

Im Gegensatz zum primären Schnarchen sind die Ursachen für das apnoische Schnarchen anatomische Besonderheiten, wie vergrößerte Rachenmandeln, vergrößerte oder verkrümmte Nasenscheidewände, ein vergrößertes Zäpfchen oder Kiefergelenkprobleme. Aber auch Übergewicht kann hier die Schnarch-Ursache sein. Die Atemwege der Betroffenen sind dabei so stark verengt, dass die Atmung extrem erschwert fällt und zeitweise sogar aussetzt. Daher gilt das apnoische Schnarchen als Krankheitsbild, das weitere Folgeerkrankungen, wie Bluthochdruck oder Diabetes, nach sich ziehen kann.

Gekennzeichnet ist das apnoische Schnarchen durch besonders lautes Schnarchen (bis zu 90 Dezibel) und einem unregelmäßigen Schnarchrhythmus. Dazwischen kommt es immer wieder zu Atemaussetzern, die sich zwischen fünf Sekunden und zwei Minuten bewegen. Dabei ist der Schlaf unruhig und der Betroffene schreckt mehrmals in der Nacht unbewusst hoch. Am nächsten Tag sind eine deutliche Müdigkeit, Konzentrationsstörungen, erhöhte Reizbarkeit und Kopfschmerzen spürbar.

Beim apnoischen Schnarchen unterscheidet man eine obstruktive und eine zentrale Apnoe.

Die Ursachen des Schnarchens bei einer obstruktiven Apnoe sind die oben bereits erwähnten anatomischen Besonderheiten im Hals-Nasen-Ohrenbereich. Bei der zentralen Apnoe liegt eine Störung des Atemantriebs im Gehirn vor. Die letzte Form ist meist Folge einer Herz-Kreislauf-Erkrankung und tritt im höheren Alter auf, meist bei Männern.

Liegen die Ursachen des Schnarchens in dieser Form begründet, sollte ein Arzt aufgesucht werden, denn Schlafapnoe kann mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, wie Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen, Herzmuskelerkrankungen, Herzinfarkt und Schlaganfall einhergehen.

Kann man etwas gegen die Ursachen vom Schnarchen tun?

Sind die Faktoren des primären Schnarchens Ursache des nächtlichen „Sägens“ ist eine Behandlung aus rein medizinischer Sicht nicht notwendig. Doch sicher würde es den Partner freuen, wenn man über Maßnahmen nachdenkt, die Ruhestörung zu vermindern. Dazu gibt es auf dem Markt eine Menge Hilfsmittel, um den Ursachen entgegenzuwirken, aber auch einige Veränderungen der Lebensumstände oder eine Schienentherapie beim Zahnarzt können wirken.

Hilfsmittel gegen die Ursachen vom Schnarchen

Zu den Hilfsmitteln zählen unter anderem Schlafwesten, die verhindern, dass der Betroffene sich in die Rückenlage drehen kann. Zudem die Nasenklammer sowie das Nasenpflaster, die die Nasenflügel öffnen und so für eine erhöhte Sauerstoffaufnahme über das Sinnesorgan sorgen. Weitere Hilfsmittel sind die Anti-Schnarch-Uhr, die lautes Schnarchen erkennt und einen Impuls abgibt, mit dem die Schlafposition gewechselt wird, sowie das Anti-Schnarch-Kissen, die Anti-Scharchbänder und sogar spezielle Apps, die versprechen die Ursachen des Schnarchens zu mildern. Ohne Zweifel funktionieren diese Gadgets für unterschiedliche Menschen. Hier ist es ratsamen verschiedene Hilfsmittel, die einen persönlich ansprechen, auszutesten.

Veränderung der Lebensweise gegen die Ursachen von Schnarchen

Bevor man sich durch Hilfsmittel testet, können schon einige gezielte Veränderungen der Lebensgewohnheiten die Ursachen des Schnarchens verringern:

  • Alkohol am Abend vermeiden
  • Rauchen abgewöhnen
  • keine Schlafmittel einnehmen
  • dem eigenen Biorhythmus folgen
  • ruhige Sportarten ausprobieren, wie Yoga oder Qi-Gong
  • Meditieren
  • Acht geben auf eine vollwertige Ernährung
  • Blaufilter auf Smartphone, Laptop und Tablet aktivieren
  • Kräuter-Einschlaf-Tee am Abend genießen
  • Fernsehen kurz vor dem Schlafen gehen vermeiden
  • gezielte Gymnastikübungen für die Halsmuskulatur nutzen
  • gutes Klima im Schlafzimmer
  • ein erhöhtes Kopfteil beim Schlafen nutzen

Mit der Schienentherapie vom Zahnarzt gegen die Ursachen des Schnarchens

Auch der Zahnarzt kann gegen die Ursachen des Schnarchens Abhilfe schaffen. Mit einer Schienentherapie kann das Schnarchen deutlich reduziert werden. Dabei handelt es sich um eine speziell angepasste Aufbissschiene für den Ober- und Unterkiefer. Diese sorgt dafür, dass der Unterkiefer während des Schlafs verlagert, die Zungenmuskel und das Unterkiefergewebe nach vorn gezogen und die Muskulatur sich entspannen kann. So werden die oberen Atemwege erweitert und frei gemacht.

Getragen wird die Schiene wie eine Zahnklammer. Nach einer gewissen Eingewöhnungszeit ist die Erfolgsquote sehr hoch. Dabei kann man zwischen einer Schiene als Monoblock oder Biblock wählen. Bei ersterer ist die Schiene zusammenhängend, während sie als Biblock aus 2 Teilen für Ober- und Unterkiefer besteht. Als Material kommt entweder Kunststoff oder thermoplastisches Material zum Einsatz. Die sogenannten Boil- und Bite-Schiene sind dabei wesentlich flexibler und können passgenau angefertigt werden.

Allerdings eignen sich die Schienen nicht, wenn Scharchpatienten fehlende Zähne, Implantate oder Prothesen oder einen starken Überbiss haben.

Damit lässt sich die Frage: „Warum schnarcht man“, damit beantworten, dass es keine allgemeingültige Antwort gibt, denn die Ursachen sind immer individuell. Handelt es sich um das primäre Schnarchen,x gibt es einige nützliche Hilfsmittel sowie Maßnahmen zur Veränderung der Lebensweise. Bei Verdacht auf apnoisches Schnarchen sollte in jedem Fall ein Arzt aufgesucht werden.